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Samstag, den 16. April 2011 um 00:00 Uhr

Schwierige politische Situation in Burkina Faso

Am 15. März berichtete die APA zur Situation in Burkina Faso: „Die Unruhen in dem westafrikanischen Land waren im Februar ausgebrochen, nachdem ein 16-jähriger Schüler in Polizeigewahrsam gestorben war. Die Regierung behauptet, der Schüler sei an Meningitis gestorben. Schüler und Studenten machen dagegen Misshandlung durch die Polizei für seinen Tod verantwortlich. Danach, berichtete die kritische Tageszeitung „L'Observateur Paalga“, kam es im ganzen Land zu Protesten, die bis heute andauern. Schulen und Universitäten sind inzwischen geschlossen.

Ende März hatten Soldaten aus Wut über die Verurteilung ihrer Kameraden in Vergewaltigungsprozessen in mehreren Städten des Landes zu Waffen gegriffen, Läden geplündert und einige ihrer inhaftierten Kameraden befreit.

In der Hauptstadt Ouagadougou gilt eine nächtliche Sperrstunde. Präsident Blaise Compaoré entließ nach der Regierung auch den Armeechef und andere Spitzenbeamte von Polizei und Militär.

In der Nacht zu Samstag hatten Markthändler ein Bürogebäude der Regierungspartei in Brand gesetzt, um gegen vorangegangene Plünderungen durch Soldaten zu protestieren.Bereits seit einiger Zeit gärt es im Militär des westafrikanischen Landes. Viele Soldaten sind den Angaben zufolge unzufrieden mit ihrer Bezahlung. Compaoré, der 1987 bei einem Putsch an die Macht gekommen war, hatte nach der Meuterei eine bessere Bezahlung der Soldaten angekündigt.

In den vergangenen Monaten waren aufgrund der Krise in der benachbarten Elfenbeinküste die Preise für Lebensmittel und Treibstoff stark gestiegen. Burkina Faso hat keinen Zugang zum Meer und ist auf Versorgung mit Gütern wie Pflanzenöl oder Zucker über das Nachbarland angewiesen.