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Montag, den 05. Dezember 2011 um 08:19 Uhr

Regierungs­ver­hand­lun­gen mit Burkina Faso erfolg­reich ab­ge­schlossen

Vom 30. November bis 01. Dezember 2011 fanden in Ouaga­dou­gou die ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Re­gie­rungs­ver­hand­lungen zwi­schen der Re­pu­blik Burkina Faso und der Bundes­republik Deutsch­land statt. Dabei wurden für einen Zeit­raum von drei Jahren Mittel von ins­gesamt 82 Millionen Euro für die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit in den Schwer­punkt­be­rei­chen De­zen­tra­li­sie­rung, Er­näh­rungs­sicherung und Land­wirt­schaft sowie Wasserver- und Abwasser­ent­sor­gung zugesagt. Darüber hinaus unter­stützt Deutsch­land Burkina Faso im Bereich Gesund­heit und Menschenrechte.

Burkina Faso liegt in der häufig von Dürren und Hungers­nöten be­trof­fe­nen Sahel­zone. Auf dem UN-Index der mensch­lichen Ent­wick­lung ( Human Development Index 2010) nimmt Burkina Faso mit Rang 161 von 169 einen der hin­ter­sten Plätze ein. Die ge­rin­ge Basis an na­tür­lichen Res­sour­cen und ein hohes Be­völ­ke­rungs­wachs­tum von 3,1 Pro­zent stellen be­deu­ten­de Hinder­nisse auf dem Weg zu einer nach­hal­tigen Ent­wick­lung des Landes dar. Vor allem die Armuts­be­kämp­fung und die Be­kämp­fung von Hunger und Unter­er­näh­rung stellen das Land be­stän­dig vor große Heraus­for­derungen.

Die burkinische Re­gie­rung ver­folgt das Ziel, trotz der schwie­rigen kli­ma­tischen Vor­aus­set­zungen des Landes die aus­rei­chen­de Ver­sor­gung der Be­völ­kerung mit Nah­rungs­mitteln auf Dauer sicher­zu­stellen. Im Rahmen der deutsch-burkinischen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit werden im Schwer­punkt Er­näh­rungs­sicherung und Land­wirt­schaft gezielt Klein­bäuerinnen und Klein­bauern ge­för­dert. Durch diese Unter­stüt­zung können sie einer­seits ihre Pro­duk­tion stei­gern und ihr Ein­kom­men ver­bes­sern und anderer­seits die Grund­lage für eine nach­hal­tige Lebens­mittel­ver­sor­gung in Burkina Faso schaffen.

Neben der Land­wirt­schaft birgt auch die De­zen­tra­li­sie­rung großes Po­ten­zial für die wirt­schaft­liche und so­ziale Ent­wick­lung Burkina Fasos. Deutsch­land unter­stützt den De­zen­tra­li­sie­rungs­prozess durch den Auf­bau eines kommunalen Ent­wick­lungs­fonds, der lang­fristig In­ves­ti­tionen in die soziale Infra­struk­tur der Kom­mu­nen, wie den Bau von Schulen, Gesund­heits­stationen oder Rat­häusern, ermöglicht.

Ein weiterer Schwer­punkt der Ent­wick­lungs­ko­operation mit Bur­kina Faso ist der Be­reich Trink­wasser­ver­sor­gung und Ab­was­ser­ent­sorgung. Neben der Be­ra­tung der na­tio­nalen Wasser- und Abwasser­behörde werden im Pro­gramm zur Trink­wasser- und Sanitär­ver­sor­gung in kleinen und mittleren Städten die Kom­mu­nen in ihrer Rolle als Ent­schei­dungs­träger beraten und gefördert.

Große Erfolge in der bis­he­ri­gen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit konnten bereits bei der Be­kämp­fung der weib­lichen Genital­ver­stüm­me­lung (FGM) erzielt werden. Im afri­ka­nischen Ver­gleich hat das poli­tische En­gage­ment Burkina Fasos zur Über­windung von FGM Modell­charakter. Burkina Faso war eines der ersten afri­ka­nischen Länder, das 1996 ein Gesetz gegen FGM erlassen hat. Seitdem ist die Anzahl der von Genital­ver­stüm­me­lung be­trof­fe­nen Mädchen und Frauen kon­ti­nu­ier­lich gesunken.

http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2011/dezember/20111202_burkinafaso/