Mitgliederversammlung des Solidaritätskreises Westafrika e.V.

Mitgliederversammlung des Solidaritätskreises Westafrika e.V.

am 20. September 2015 in Hillesheim

Der 1. Vorsitzende des Vereins, Karl-Wilhelm Simonis, begrüßte alle Anwesende. Er stellte als Versammlungsleiter fest, dass zur Versammlung frist- und formgerecht unter Angabe der Tagungsordnung eingeladen wurde. Jede Mitgliederversammlung ist gemäß der Satzung beschlussfähig. Die Anwesenheitsliste wurde rund gereicht und die anwesenden Mitglieder trugen sich ein. Zur Information wurden ferner Kopien der geplanten Neufassung der  Satzung des Vereins herumgereicht, in denen die zu beschließenden Abänderungen in Fettdruck und mit Unterstreichung hervorgehoben wurden. Ferner wurden Kopien mit dem Entwurf des zu fassenden Beschlusses der Mitgliederversammlung über die Vergütung von Arbeitsleistungen verteilt.

Folgende Mitglieder waren anwesend: Birgit Huber, Götz Krieger, Marion Schlösser, Charly Simonis, Richard Esch, Juliane Heck, Bruno Lenartz, Martina Lenartz, Heinz Lorse, Ernst Mathar, Heike Plein, Winfried Plein, Rolf Schmitz, Hans Vater, Monika Freisberg, Maria Götten.

Anwesend waren noch weitere Nichtmitglieder, die sich für die Arbeit des Vereins und seine Projekte besonders interessierten. Insgesamt waren 40 Personen erschienen.

 

A. Beschluss über die Satzungsänderung und Neufassung der Satzung

Karl-Wilhelm Simonis erläuterte die vorgeschlagene Satzungsänderung. Es kann sein, dass unser Verein in Zukunft der Entsendeorganisation des Bistums Trier SoFia einen Teil der Aufenthaltskosten für die Freiwilligen erstatten muss. Daher ist eine entsprechende Satzungsänderung erforderlich. Seit dem 01.01.2015 darf an Vorstandsmitglieder eines Vereins nur ein Entgelt gezahlt werden, wenn dies in der Satzung ausdrücklich vorgesehen ist. Der Arbeitsumfang für unseren Verein ist mittlerweile so groß, dass er nicht mehr ehrenamtlich geleistet werden kann. Wir haben mittlerweile einen jährlichen Umsatz von ca. 2 Millionen Euro, was eine entsprechende Verwaltung und Buchhaltung erfordert. Wir erhalten vom BMZ einen pauschalen Verwaltungskostenzuschuss von 3 % der Investitionskosten und damit können unsere tatsächlichen Verwaltungskosten hier in Deutschland mehr als abgedeckt werden. Die Kosten der Verwaltung werden also nicht aus Spenden, sondern aus dem Zuschuss des BMZ beglichen. Damit bei Verhinderung des 1. Vorsitzenden dennoch eine Mitgliederversammlung stattfinden kann, soll auch der stellvertretende Vorsitzende zur Einberufung und Protokollierung ermächtigt werden.

 

Die Mitgliederversammlung verzichtete einstimmig generell auf eine geheime Abstimmung.

Alle anwesenden Vereinsmitglieder stimmten der Abänderung der Satzung und deren Neufassung einstimmig zu, mit „Nein“ stimmte kein Vereinsmitglied, keiner enthielt sich der Stimme.

 

B. Neuwahl des 1. Vorsitzenden

Karl-Wilhelm Simonis legte sein Amt als 1. Vorsitzender nieder.

Michael Simonis erklärte sich bereit, das Amt des 1. Vorsitzenden zu übernehmen.

Alle anwesenden Vereinsmitglieder wählten Michael Simonis zum 1. Vorsitzenden, mit „Nein“ stimmte kein Vereinsmitglied, keiner enthielt sich der Stimme.

Michael Simonis nahm das Amt an und bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen. Er trat dem Verein als neues Vereinsmitglied bei. Karl-Wilhelm Simonis erklärte sich bereit, als Bevollmächtigter weiter für den Verein unentgeltlich tätig sein.

 

Beschlussfassung der Mitgliederversammlung über die Vergütung von Arbeitsleistungen

Gemäß § 3 der soeben abgeänderten Satzung des Solidaritätskreises Westafrika e.V. darf für Arbeitsleistungen  – auch an Vorstandsmitglieder – eine angemessene Vergütung gezahlt werden. Über die Höhe der Vergütung entscheidet die Mitgliederversammlung.

Es wurde einstimmig beschlossen, dass für das Projektmanagement und für die Vereinsbuchhaltung in Deutschland und Burkina Faso die Zahlung von monatlichen Entgelten einschließlich aller Nebenkosten bis zur Höhe von insgesamt 2.000 Euro zulässig ist. Es sind schriftliche Arbeitsverträge abzuschließen und der Stundenlohn muss zwischen 8,50 Euro und 25 Euro liegen. Da die Arbeitsleistungen vermehrt in den Monaten Oktober bis Dezember anfallen, sind Arbeitszeitkonten zu führen, die jeweils per 31. Oktober abzurechnen sind.

Die von unserem Verein tatsächlich gezahlten Beträge sind zur Zeit erheblich geringer. Da Christina Simonis, die bisher die deutsche Spendenbuchhaltung machte, ab Ende Oktober in Mutterschaft bzw. Elternzeit geht, werden monatlich nur noch 450 Euro an Michael Simonis gezahlt.

 

Beantragung eines weiteren Zuschusses beim BMZ

Karl-Wilhelm Simonis informierte die Mitgliederversammlung darüber, dass nach einer neuen Richtlinie des BMZ eine Valorisierung von Leistungen des Projektträgers im Entwicklungsland ab dem 01.01.2016 grundsätzlich nicht mehr möglich sei. Nur in Ausnahmefällen wird noch eine Valorisierung zugelassen, z.B. bei Ländern mit großen Ebolaproblemen bzw. bei Ländern, aus denen viele Flüchtlinge stammen. Burkina Faso wurde nicht in diesen Ausnahmekatalog aufgenommen.

Bei Anträgen an das BMZ, die noch bis zum 31.12.2015 bewilligt werden, gilt noch die alte Regelung, d.h. eine Valorisierung ist bis zum Ende des Projektes möglich. Durch diese Neuregelung ist unser Verein besonders betroffen. Wenn wir nicht mehr das Sammeln von Sand, Kies und Steinen und den Transport zur Baustelle valorisieren können, werden wir für die Durchführung von Programmen fast die doppelte Spendensumme benötigen. Da unser Spendenaufkommen aber seit Jahren in etwa gleich ist, werden wir in Zukunft nur noch ungefähr die Hälfte der Schulen bauen können, denn wir müssen dann volle 25 % der Projektkosten durch Spenden aufbringen und nicht mehr wie zur Zeit ca. 13 %. Dies dürfte für Burkina Faso schlimme Auswirkungen haben, denn unser Verein baut zur Zeit mehr als die Hälfte aller Collèges in Burkina Faso, wobei die von uns finanzierten Collèges nur halb so teuer sind wie die Collèges, die der Staat baut. Gerade jetzt, wo eine große Unsicherheit in Burkina Faso besteht, hat dies fatale Auswirkungen. Viele Kinder werden in Lehmhütten unterrichtet und warten auf den Bau von massiven Klassen bzw. können gar nicht mehr eingeschult werden. Der Staat Burkina Faso ist aber wegen der politischen Unsicherheit fast handlungsunfähig. Die neue Richtlinie geht also eindeutig zu Lasten der Schüler, die nicht oder nicht ordnungsgemäß unterrichtet werden können. So wird sich die Entwicklung des Landes noch weiter verzögern und es wird mehr Flüchtlinge geben.

Die Mitgliederversammlung fasst darauf hin folgenden einstimmigen Beschluss:

Der Vorstand des Vereins wird hiermit aufgefordert, noch bis Ende September 2015 einen neuen Zuschussantrag mit dem Titel „Schulprogramm 2015-2018 in Burkina Faso“ zu stellen, damit zumindest im Rahmen dieses neuen Programmes noch eine Valorisierung zulässig ist. Der Vorstand soll das BMZ bitten, das Land Burkina Faso wegen seiner besonderen Situation in den Ausnahmekatalog der Länder aufzunehmen, bei denen eine Valorisierung weiterhin zulässig ist. Burkina Faso gehört schließlich zu den fünf ärmsten Ländern der Erde und ist momentan in einer politisch und wirtschaftlich sehr schwierigen Situation.

Die Mitgliederversammlung wurde um 20 Uhr beendet. Es begann der Informationsabend des Solidaritätskreises für die Öffentlichkeit. Es kamen noch weitere Personen hinzu. Lisa Reichertz, die in Banfora ein freiwilliges soziales Jahr geleistet hat, berichtete über ihre Arbeit. Catherine Pémou, die zur Zeit in Deutschland als Reverse-Freiwillige ein Jahr in der Behindertenwerkstatt in Ulmen arbeitet, erzählte von ihren Erfahrungen.

Die Ordensschwester Soeur Véronique Pémou aus Banfora sprach über ihre Arbeit in dem vom Solidaritätskreis unterstützten Mädcheninternat. Den Personen, die eine Patenschaft über ein Mädchen in diesem Internat übernommen haben, wurde Gelegenheit gegeben, sich nach ihrem Patenkind zu erkundigen.

Hillesheim, den 21. September 2015

Michael Simonis,  1. Vorsitzender