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Montag, den 01. Oktober 2012 um 05:55 Uhr

Solidaritätskreis Westafrika investiert in Burkina Faso 1,5 Millionen Euro

Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat am 25.09.2012 dem Solidaritätskreis Westafrika e.V. 54576 Hillesheim, Martinstr. 6  für sein neues Schulbauprogramm einen Zuschuss von 1,26 Millionen Euro gewährt. Der Verein selbst muss 240.000 Euro an Spenden aufbringen. Mit diesem Geld werden ab dem 01.01.2013 in Burkina Faso 35 Realschulen (140 Klassen) und 5 Grundschulen (15 Klassen) gebaut und 29 Lehrerhäuser errichtet. Es werden für über 11.000 Kinder neue Schulplätze geschaffen und jeder Schulplatz kostet nur ca. 130 Euro. Überall dort, wo kein Brunnen in der Nähe der neu gebauten Schule vorhanden ist, wird geprüft, ob anstatt eines geplanten Lehrerhauses ein Tiefbrunnen gebohrt wird.

Da zur Zeit viele Kinder die Grundschulen verlassen und der Staat nicht rechtzeitig weiterführende Schulen errichtet hat, ist ein großer Notstand aufgetreten. Die Kinder verlassen im Alter von 12 Jahren die Grundschule und suchen nach einer Fortbildungsmöglichkeit. Japan hatte sich verpflichtet, 24 Collèges (Realschulen) zu bauen, aber nach der Atomkatastrophe hat Japan seine Versprechungen zurückgezogen. Burkina Faso liegt in der Sahelzone und gehört zu den 5. ärmsten Staaten dieser Erde. 80 % der Bevölkerung sind Analphabeten und nur 45 % der schulpflichtigen Kinder besuchen eine Grundschule. Nach der 6-jährigen Grundschulausbildung besuchen nur 11 % der Kinder eine weiterführende Schule. Ohne Bildung ist eine Weiterentwicklung dieses Landes nicht möglich.

Der Zuschuss des Ministeriums wurde in diesem Jahr um 200.000 Euro aufgestockt und noch niemals wurde ein Zuschuss so früh und problemlos bewilligt. Dies verdankt der Solidaritätskreis sicherlich auch dem Besuch der Sachbearbeiterin, die im vergangenen Jahr Projekte des Vereins in Burkina Faso besichtigt hat, aber auch Götz Krieger, der Herrn Minister Niebel im August auf seiner Westafrika-Rundreise begleitet und die Arbeit des Vereins erläutert hat.

Götz Krieger ist seit dem 20. September wieder in Burkina Faso. Er wohnt in einem leer stehenden Lehrerhaus (ohne Wasser und Strom) in Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt des Landes. Seine Aufgabe ist es, die Bevölkerung zum Sammeln von Kies, Sand und Steinen zu motivieren, denn ohne Eigenleistung der Bevölkerung  erfolgt kein Schulbau.

Seit dem 15. September arbeitet Dorothea Merkes aus Gerolstein in dem Mädcheninternat „Foyer Sainte Monique“ im Rahmen eines freiwilligen, sozialen Jahres. Sie hilft den Mädchen bei den Schularbeiten, zeigt ihnen, wie man mit Computern arbeitet, und führt Aufklärungsunterricht an Collèges durch, denn dort kommt es oft zu ungewollten Schwangerschaften, weil Sexualität – wie früher auch bei uns – ein großes Tabuthema ist.

Die Rundreise von Vereinsmitgliedern erfolgt dieses Jahr nicht im Oktober, sondern erst in der 2. Januarhälfte.