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Donnerstag, den 08. Mai 2014 um 00:00 Uhr

Liebe Freunde des Solidaritätskreises,

am vorigen Mittwoch war ein ganz besonderer Tag für unseren Verein. Die burkinische Botschafterin kam von Berlin aus nach Hillesheim, um unsere Arbeit zu würdigen und „Danke“ zu sagen. Dies war für uns eine große Ehre und darüber haben wir uns sehr gefreut.

Heute habe ich unseren neuen Zuschussantrag an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geschickt. Wir wollen im Rahmen unseres neuen Schulbauprogramms 2014-2016 26 neue Collèges (Realschulen für die Klassenstufen 7 -10) bauen, 20 vorhandene Collèges um jeweils 4 Klassen erweitern und 3 neue Grundschulen finanzieren. Rund 14.000 Kinder sollen eine Fortbildungsmöglichkeit erhalten und in ordnungsgemäßen Klassen unterrichtet werden. Damit die Lehrer in den Dörfern gut untergebracht werden können, wollen wir 26 Lehrerhäuser bauen. Falls jedoch der nächste Tiefbrunnen weiter als 700 m von der Schule entfernt ist, darf sich das jeweilige Dorf statt des Lehrerhauses einen Brunnen wünschen. Burkina Faso hat 45 Provinzen.  Wir bauen unsere Schulen in 23 Provinzen, vor allem in Grenznähe, wo kein anderer Verein mehr aktiv ist. Unsere Gesamtinvestitionen würden ca.  2,1 Millionen Euro betragen. Wir hoffen, dass uns das BMZ einen Zuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro gewährt. 280.000 Euro wollen wir von unserem Verein aus investieren und einen Wert von 254.000 Euro steuern die 49 Dörfer bei, indem sie Sand, Kies und Steine sammeln und zu den Baustellen transportieren.

Frau Helga Breyer aus Pelm hat unseren Verein zu 5/9 und den Orden der Mutter der Theresa zu 4/9 Anteil zu Erben eingesetzt. Wir verdanken ihr sehr viel, denn aus dieser Erbschaft flossen uns fast 200.000 Euro zu. Bei dieser Gelegenheit möchten wir aber auch allen Spendern danken, die uns seit Jahren großzügig unterstützen, und all den Personen, die statt persönlicher Geschenke um Spenden an unseren Verein bitten.

In der Anlage übersende ich den 4. Rundbrief von Elisa Wenzel, die ein freiwilliges soziales Jahr in einem Mädcheninternat in Banfora verbringt, das von der Ordensschwester Véronique geleitet wird. Sie hat sehr eindrucksvoll von ihrer Aufklärungsarbeit in den Dörfern und sehr gefühlvoll von ihrem Leben in Burkina Faso berichtet. Es macht große  Freude, diesen interessanten Brief zu lesen. In Burkina Faso beginnen die Sommerferien bereits Ende Mai und erst Ende September beginnt wieder der Unterricht. In dieser 4 Monaten ist die Regenzeit und viele Kinder müssen ihren Eltern in der Landwirtschaft helfen.  Es gibt aber zusätzlich noch Weihnachts- und Osterferien und alle großen christlichen und islamischen Feste sind Feiertage und der Unterricht fällt aus. Ich bin der Auffassung, dass es nur wenige Länder auf der Erde mit einem so großen Unterrichtsausfall gibt. Unsere Schulen werden im Vergleich mit den Ländern im fernen Osten nicht optimal genutzt. Die Lehrer und Beamte haben viele freien Tage, während die  Normalbevölkerung ständig arbeiten muss, um zu überleben.

Die Ordensschwester Pélagie arbeitet bis Ende August im Krankenhaus in Daun. Sie hat sich gut eingelebt und spricht schon gut Deutsch (0171/98 02 99 4). Nach ihr will die Nichte von Soeur Véronique, nämlich Cathérine Pémou, ab Januar 2015 ein freiwilliges soziale Jahr in Deutschland machen. Sie hat für unseren Verein an Collèges  in der Umgebung von Banfora Aufklärungsunterricht erteilt.  Sie ist 29 Jahre alt und hat Geographie studiert. Sie wäre gerne in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Wenn jemand eine Idee hat, wo sie arbeiten könnte, möge er sich bei mir melden.

Wir versenden mit unserem Jahresbericht meist auch einen Kalender. Früher haben wir einen Kalender mit Drahtheftung versandt, auf dem nur die Monatstage vermerkt waren. Seit 2 Jahren versenden wir einen Kalender, in den man auch Termine eintragen kann. Für unsere weitere Arbeit würde uns interessieren, welche Art Kalender bevorzugt wird. Schreiben Sie uns mal Ihre Meinung und schreiben Sie uns auch, wenn Sie unsere Rundmails nicht mehr haben wollen, damit wir Sie auf der Rund-Mail-Liste streichen können.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Charly Simonis,  1. Vorsitzender des Solidaritätskreises Westafrika e.V.