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Sonntag, den 11. Januar 2015 um 18:57 Uhr

Liebe Freunde des Solidaritätskreises Westafrika e.V.

Wir möchten Ihnen noch ein gesundes und glückliches Neues Jahr wünschen. Wir bedanken uns auch ganz herzlich für die zahlreichen Spenden, die uns die Fortführung unserer Arbeit in Burkina Faso ermöglichen.

In der Anlage finden Sie den 2. Rundbrief von Lisa Reichertz, die in einem Mädcheninternat in Banfora ein freiwilliges soziales Jahr verbringt. Sie berichtet sehr eindrucksvoll, wie sie die politisch brenzlige Situation mitbekommen hat, von der Aufklärungsarbeit in den Collèges und natürlich von Weihnachten und Silvester in einer gänzlich anderen Kultur. Sie betont ausdrücklich, dass sie nicht in Burkina ist, um „den armen Menschen in Afrika“ zu helfen, sondern sie ist dort, um den Austausch der Kulturen zu fördern und daher ist es erfreulich, dass ab Ende Januar auch ihre afrikanische Zimmernachbarin Catherine Pémou ein Jahr in der Behindertenwerkstatt in Ulmen arbeiten wird. Lisa würde sich über eine Rückmeldung per Mail freuen Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Ferner übersende ich den Bericht und ein Foto von Veronika Jorsch, die mit mir schon vor 8 Jahren in Burkina war und momentan als Biologin in Burkina Faso ihre Masterarbeit vorbereitet.

 

In dem beigefügten Artikel wird endlich einmal auch kritisch über das Schlingensief-Opernprojekt berichtet. „Das Dorf ist eine Verrücktheit. Wann ein Festspielhaus kommt und wie die Zukunft des Operndorfs aussehen wird, ist ungewiss. Jeder Transport aus der Hauptstadt, jede Fahrt, jeder Künstlerbesuch kostet Geld. Rund 900.000 Euro haben allein Bauphase I und II verschlungen - Geld, von dem man viele Schulen und Krankenstationen hätte bauen können. Zudem gibt es im nahen Dorf Ziniaré bereits beides. Die Gegend, aus der Blaise Compaoré stammt, der gerade vom Volk verjagte Ex-Präsident, gehörte immer schon zu den privilegiertesten in Burkina Faso. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, wenn man bestehende Strukturen in dem bitterarmen Land ausgebaut hätte, das dennoch so eine reiche Kulturlandschaft hat? Eine paradiesische Infrastruktur wurde hier aus dem Boden gestampft. Ihr Erhalt wird auf Dauer immens teuer.“

Ein ähnliches luxuriös ausgestattetes Projekt findet man in Dano. Dort hat die deutsche Dreyer Stiftung einen geradezu spektakulären Kindergarten errichtet, der laut Dr. Harry Kunz in unserem Jahresbericht 2013 bundesdeutschen Kindergärten klar überlegen ist: „Hier wird trotz allem bewundernswertem Engagement für eine kleine Gruppe eine irreale Traumwelt geschaffen, wo sich für die meisten Kinder schon dann ein Kulturschock ereignet, wenn sie nachmittags den Kindergarten verlassen. Wie sollen diese Kinder die normalen Lebensumstände im Lande und selbst bei ihren Eltern verstehen und wertschätzen, wenn sie täglich für wenige Stunden in einer Parallelwelt leben.“

Daher haben wir in unseren Grundsätzen festgelegt „Wir wollen kein Gebiet in ein Paradies verwandeln, das von den benachbarten Orten beneidet wird, sondern wir realisieren unsere Projekte in allen ländlichen Regionen von Burkina Faso, vor allem in Grenznähe“. Für 900.000 Euro können wir übrigens 31 dreiklassige Grundschulen bauen und einrichten und zusätzlich jeweils mit einem Lehrerhaus bzw. bei Bedarf mit einem Brunnen ausstatten.

Ich habe Ihnen auch den 30. Newsletter der Deutsch-Burkinischen Freundschafts-Gesellschaft als Anlage beigefügt, falls Sie sich intensiver mit Burkina Faso beschäftigen wollen.

Im Hillesheimer Kino läuft am 16.01. und 17.01. um 18 Uhr sowie am 18.01. und 19.01. um 20.30 Uhr der Film „Timbukto“, ein Drama um eine bescheidene Hirten-Familie in den Fängen selbsternannter Gotteskrieger. „Die grandios poetische Bildsprache, die anrührenden Figuren sowie eine wunderbar unprätentiöse, märchenhafte Erzählweise offenbaren regelrecht Klassiker-Qualitäten. Ein Meisterwerk über Würde, Widerstand und Toleranz.“

Wir werden vom 18. Januar bis 1. Februar mit 9 Personen eine Rundreise durch Burkina Faso machen und in 2 Delegationen 31 Collèges und 5 Grundschulen einweihen. Schon jetzt laden wir herzlich zu unserem Treffen am Freitag, den 13. März, um 20 Uhr in das Pfarrheim Hillesheim ein. Wir werden von unserer Rundreise berichten. Wer sich mehr für unsere Arbeit interessiert, ist auch in der Mitgliederversammlung unseres Vereins um 19 Uhr gerne gesehen. Zur Zeit bin ich unter der im Jahresbericht veröffentlichten Telefonnummer wegen Wechsel der Telefongesellschaft nicht zu erreichen, Schreiben Sie uns ein Mail, wenn Sie uns etwas mitteilen oder unsere Rundmails nicht mehr erhalten wollen.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Charly Simonis

1.Vorsitzender des Solidaritätskreises Westafrika e.V., Martinstraße 6, 54576 Hillesheim-Eifel

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