Burkina Faso/Obervolta

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Westafrika eine Kolonie Frankreichs. Mit den französischen Verwaltungsbeamten und Militärs kamen auch die ersten Missionare, die "Weißen Väter", in das Land. Von ihnen wurden die ersten Schulen, Priesterseminare, Krankenstationen und handwerkliche Ausbildungsstellen gegründet, wodurch die französische Kultur zusätzlichen Einfluß erhielt.

1960 wurde Obervolta selbständig. Maurice Yaméogo war der erste frei gewählte Präsident, der durch einen Militärputsch 1966 entmachtet wurde. Die nachfolgenden Präsidenten gelangten alle durch Militärputsche an die Macht, so auch Blaise Compaoré, der seit 1987 das Land regiert und zuletzt 1998 bei Wahlen bestätigt wurde.

Sein vom ihm gestürzter Vorgänger Sankara, der die im Land vorherrschende Korruption bekämpfte, benannte 1984 das Land um in Burkina Faso, das "Land der Unbestechlichen, der Aufrechten".

Der Staat ist unterteilt in 45 Provinzen, Verwaltungsbezirke, an deren Spitze ein "Haut Commissaire" steht. Innerhalb der Provinzen gibt es mehrere "Départements", die von den Präfekten geleitet werden. Diese haben zum Teil Aufgaben wie bei uns der Verbandsbürgermeister. In den Dörfern herrschen die traditionellen Dorfchefs, die von den Dorfältesten beraten werden.

Auch nach der Beendigung der Kolonialzeit ist Burkina Faso stark von der französischen Kultur geprägt. Französisch ist Amts- und Unterrichtssprache, das Schulsytem und zum großen Teil auch die Lehrpläne und Schulbücher werden von Frankreich übernommen. Der französische Franc ist Leitwährung für die einheimische Währung, den Franc CFA (1F = 100CFA), womit sie auch an den Euro gekoppelt ist. Fast der gesamte Außenhandel läuft über Frankreich.

60% der Bevölkerung sind Anhänger von traditionellen Naturreligionen, 25% Mohammedaner und 15% Christen, wobei festzustellen ist, dass Islam und Christentum in Burkina sich gegenseitig respektieren und auch in gemeinsamen Projekten zusammenarbeiten.