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Freitag, den 24. September 2010 um 00:00 Uhr

Klimawandel in Afrika Forscher befürchten Zunahme von Bürgerkriegen

Der Klimawandel könnte bewaffnete Konflikte in Afrika schüren. Laut einer Studie drohen Streitigkeiten um Wasser, Weideland und Ackerflächen massiv zuzunehmen. Wissenschaftler befürchten mehrere Hunderttausend zusätzliche Kriegsopfer.

Nairobi/Washington - Die globale Erwärmung trifft Afrika südlich der Sahara besonders hart. Forscher befürchten, dass sich dadurch die Zahl der Konflikte in der ohnehin schon krisengeschüttelten Region weiter erhöhen wird. In den vergangenen Jahren habe es in Perioden mit überdurchschnittlichen Temperaturen besonders viele kriegerische Auseinandersetzungen gegeben, berichtet ein Team um den Agrarökonomen Marshall Burke von der University of California in Berkeley im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die Gründe liegen nahe: In Zeiten von Dürre und Wasserknappheit sind Konflikte um Wasser, Weideland und Landwirtschaftsflächen wahrscheinlicher. Wenn die Forscher die besonders wichtige Rolle der Landwirtschaft im subsaharischen Afrika berücksichtigen, wird die Konfliktgefahr besonders brisant: Nach den Berechnungen könnte die Zahl bewaffneter Auseinandersetzungen wegen des zu erwartenden Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2030 um rund 54 Prozent steigen. Dadurch drohten bis zu 393.000 zusätzliche Kriegstote. Diese Zahl ist zwar ein theoretischer Wert, doch er gibt immerhin einen Hinweis auf die Größenordnung des Problems......

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,663009,00.html