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Mittwoch, den 12. November 2014 um 18:43 Uhr

Unruhen in Burkina Faso

Wie Sie bereits aus der Presse erfahren haben, gab es in Burkina Faso Unruhen, weil der bisherige Präsident Blaise Camporé, der schon seit 27 Jahren das Land regiert, die Verfassung ändern wollte, um wiedergewählt werden zu können. Das Parlamentsgebäude wurde abgebrannt, Camporé hat sein Amt niedergelegt und ist in die Elfenbeinküste geflohen. Das Militär hat die Macht übernommen und den Vizechef der Präsidentengarde Isaac Zida zum Übergangsstaatschef ernannt. In einer Fernsehansprache sagte er „ Er wolle die staatliche Kontinuität wahren und in Zusammenarbeit mit den Parteien und der Zivilgesellschaft für einen ruhigen demokratischen Übergang sorgen. Das Streben der Jugend nach demokratischem Wandel werde weder verraten noch enttäuscht werden.“

Über den gewaltsamen und zerstörerischen Verlauf dieser Revolution und die zahlreichen Plünderungen haben wir uns sehr geärgert. Es bleibt abzuwarten, ob es wirklich demokratische Wahlen gibt oder ob Burkina Faso in Zukunft von einer Militärdiktatur regiert wird. Unsere Schulbauprojekte liegen jedoch auf dem Land und sind nicht gefährdet. Ich gehe davon aus, dass sie ohne größere Schwierigkeiten durchgeführt werden können. Der Staat wird nun noch weniger Geld haben, Klassen zu finanzieren. . Die Zusammenarbeit mit den Behörden, die sich ja neu orientieren müssen bzw. wo neue Leute neue Pöstchen bekommen, wird vorerst sicherlich nicht besser werden.

Uns geht es darum, den Kindern auf dem Land eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. Ohne Schulbildung ist eine echte Demokratie und eine Entwicklung dieses Landes nicht möglich! Daher werden wir unsere Arbeit uneingeschränkt fortführen. Unseren Jahresbericht 2014 können Sie nunmehr unter der Rubrik Jahresberichte einsehen. Michael Simonis hat ihn wieder optisch sehr schön gestaltet. Wir sind vom 12. bis 26. Januar 2014 nach Burkina Faso gefahren und haben dort 31 Collèges und 4 Grundschulen feierlich eingeweiht. Die Einzelheiten unserer Rundreise sind wieder in den beigefügten Tagesberichten anschaulich und lebhaft beschrieben.

Elisa Wenzel hat ein Freiwilligenjahr in dem Mädcheninternat der Ordensschwester Véronique Pémou in Banfora abgeleistet. Ihre 5 Rundbriefe haben wir abgedruckt, denn sie kann viel mehr über das Alltagsleben in Burkina Faso berichten als wir, die nur Einweihungsfeiern erleben und von der Bevölkerung hofiert werden. Im Rahmen des Reverse-Programms hat die burkinische Ordensschwester Pélagie Soma ein Jahr im Krankenhaus Daun gearbeitet. In ihrem sehr ausführlichen Rückblick beschreibt sie liebevoll ihre Erlebnisse und reflektiert ihre Erfahrungen.

Jetzt arbeitet Lisa Reicherts aus Üttfeld ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) in dem Mädcheninternat. Sie beschreibt in ihrem 1. Rundbrief, den Sie unter der Rubrik Foyer Sainte Monique lesen können, ihre ersten Wochen in Burkina. Die kulturellen Unterschiede sind doch sehr groß und sie musste erst lernen, was sich gehört und was nicht. Besonders die hierarchische gesellschaftlich Ordnung, die dort ganz stark herrscht, konnte sie anfangs überhaupt nicht nachvollziehen. Die Älteren bestimmen ganz klar über die Jüngeren und es gibt keine Widerworte. Sie hat anfangs alles mit großer Skepsis betrachtet, jedoch begonnen, die Dinge einfach hinzunehmen und sich darauf einzulassen. Dadurch hat sie das Gefühl, mehr und mehr anzukommen, aber auch mehr und mehr akzeptiert zu werden. Sie bekam auch schon ihre erste Malaria und musste im Krankenhaus behandelt werden, wo sich die Ordensschwestern unglaublich gut um sie gekümmert haben.

Wir hoffen, dass wir vom 18. Januar bis 2. Februar 2015 unsere Rundreise durch Burkina Faso durchführen können und nicht durch Ebola oder Unruhen daran gehindert werden. Wir schicken Ihnen auch gerne unseren Jahresbericht in ausgedruckter Form, wenn Sie uns Ihre Postadresse mitteilen .