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Mittwoch, den 18. November 2009 um 00:00 Uhr

Hungergipfel endet mit leeren Versprechungen

Aus Rom berichtet Petra Bornhoeft

Die Zahl der Hungernden soll bis 2015 halbiert werden, doch das Ziel wird immer unrealistischer: Der Welternährungsgipfel in Rom ist ohne feste Zusagen zu Ende gegangen. Simbabwes Diktator Mugabe nutzte das Treffen als Podium für Attacken gegen seine Kritiker - und seine Gattin ging shoppen.

Jaqüs Diouf war gut gerüstet für seinen spektakulären Auftritt. Der senegalesische Generalsekretär der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft ( FAO) trug einen Mantel über dem Schlafanzug, als er am Freitagabend voriger Woche in einem unbeheizten Raum in einen 24-stündigen Hungerstreik trat. Mit dieser Aktion wollte Diouf auf die mehr als eine Milliarde Menschen aufmerksam machen, die jeden Abend hungrig schlafen gehen. "Es gibt für alle Menschen genug Nahrungsmittel auf der Welt", sagte Diouf, "es ist eine Frage des politischen Willens, die Weltbevölkerung satt zu bekommen."

Dem mochte in den vergangenen drei Tagen kein Redner des Gipfels widersprechen. 180 Länder waren vertreten, fast die Hälfte durch ihre Staats- und Regierungschefs. Schon vor Beginn der Konferenz am Montag hatten alle Länder der Abschlusserklärung zugestimmt. Neue Verpflichtungen, konkret bezifferte Ziele enthält der Text nicht. Die Staatengemeinschaft bekennt sich zu dem Recht auf Nahrung, wonach jede Regierung der Versorgung ihrer Bevölkerung oberste Priorität einräumen muss. Doch dieses Bekenntnis ist nicht wirklich neu, auch der Appell, die Landwirtschaft des Südens zu fördern, ist keineswegs taufrisch. So stellt sich die Frage, ob diese Konferenz überhaupt notwendig war..............

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,661941,00.html